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Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger: „Die globalen Herausforderungen erfordern global integrierte Antworten“.

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Rom, 16. November 2020 - Dies war das Kernthema des hochrangigen virtuellen Treffens in Rom, an dem Spitzenvertreter der Vereinten Nationen, der internationalen Finanzinstitutionen, der Afrikanischen Union und der Europäischen Union sowie der Regierungen teilnahmen.

Ambassador Ulrich Seidenberger
Ambassador Ulrich Seidenberger© StäV Rom / Katherina Niemann

Die COVID-19-Pandemie droht, die Fortschritte in der Entwicklungsarbeit zunichte zu machen und stellt die Grundlagen des Weltfriedens auf die Probe. Sie bietet jedoch auch eine beispiellose Gelegenheit zur Zusammenarbeit, um Regierungen und Gemeinschaften beim Wiederaufbau zu unterstützen.

Die Debatten - an denen Spitzenvertreter der UNO, der Weltbankgruppe, des Internationalen Währungsfonds, der Afrikanischen Union, der Europäischen Union und Vertreter der UNO-Mitgliedstaaten teilnahmen - konzentrierten sich auf notwendige und schnelle Veränderungen, mit denen verhindert werden soll, dass die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) für 2030 unerreichbar werden.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres sagte:

Im Zuge des Wiederaufbaus und der Neuausrichtung der Volkswirtschaften der Länder müssen wir den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen, drastische Veränderungen in unseren Ernährungssystemen vornehmen und bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen,

Die zahlreichen Krisen von heute verlangen von den Spitzeninstitutionen der Welt, rasch bessere Wege zu finden, um die institutionellen Verfahren zu straffen und die Ansätze zur Zusammenarbeit bei humanitären, entwicklungspolitischen und friedensfördernden Zielen neu zu gestalten.

Der deutsche Botschafter Ulrich Seidenberger, Präsident des WFP-Exekutivausschusses, fügte hinzu:

In diesem historischen Moment vielfältiger Krisen müssen wir unser gesamtes humanitäres und entwicklungspolitisches System neu überdenken und einen Durchbruch anstreben, indem wir unsere eigenen nationalen Reserven abbauen, anstatt nur an einer verbesserten Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden institutionellen Reserven zu arbeiten.

Die Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht, erfordern global integrierte Antworten, um die bisher mobilisierten Ressourcen besser zu nutzen. Dies kann nur durch eine gemeinsame Planung, Finanzierung und Umsetzung wichtiger Akteure, wie sie an der heutigen hochrangigen Podiumsdiskussion teilnehmen, erreicht werden.

WFP-Exekutivdirektor David Beasley betonte:

Dies sind wirklich beispiellose Zeiten. Wir sind in mehreren Ländern mit der Gefahr einer Hungersnot konfrontiert, während Covid-19, Konflikte und Wetterkrisen die Hungerraten in vielen Teilen der Welt in die Höhe schnellen lassen. Kein Land und keine Organisation kann all diese Probleme allein lösen.

Diese Bemühungen müssen auch die breitere Entwicklungsgemeinschaft sowie den Privatsektor und unterrepräsentierte Gruppen, zu denen auch Frauen gehören, einbeziehen.

Nur durch Zusammenarbeit, die Überwindung institutioneller Barrieren und die Intensivierung der Zusammenarbeit können die Hauptakteure - von der Afrikanischen und der Europäischen Union bis hin zu den Vereinten Nationen und den internationalen Finanzinstitutionen - die zusätzlichen Ressourcen, die zur Verwirklichung der SDGs erforderlich sind, bereitstellen und die Regierungen dabei unterstützen, ihren Bürgern effizienter zu helfen.

(Quelle: WFP Pressemitteilung / Übersetzung: Katherina Niemann)

Hintergrundinformation

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ist der Friedensnobelpreisträger 2020.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat es folgendermaßen beschrieben: „Nahrung ist Frieden. Hunger ist ein Frevel in einer Welt des Überflusses“.


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