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Deutschland sagt IFAD 15 Millionen Euro für ökologische Systemdienstleistungen zugunsten Kleinbauern zu

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Sharm El-Sheikh (EGY), 15. November 2022 - Deutschland hat IFAD auf der COP27 15 Millionen Euro zugesagt, um im Rahmen des IFAD-Programms ASAP+ (Enhanced Adaptation for Smallholder Agriculture) Kompensationsmechanismen für Ökosystemleistungen zugunsten von Kleinbauern zu schaffen.

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),
Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),© BMZ

Unter der deutschen G7-Präsidentschaft hat die Food Security Working Group der G7 die Initiative „CompensACTION for food security and a healthy planet“ ins Leben gerufen.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Entwicklungsländern tragen maßgeblich zum Erhalt der Ökosysteme bei.

Die Initiative sollte die Diskussion zwischen Interessensvertretern aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und dem Privatsektor zu Ausgleichsmechanismen an Kleinbauern für ihre Ökosystemleistungen voranbringen und Partnerschaften zum Testen und zur Ausweitung fördern.

Im Rahmen der Initiative und des Pilotprojekts wird der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung der Vereinten Nationen (IFAD) mit Unterstützung Deutschlands ländliche Gemeinden und Kleinerzeuger für ihre Umweltarbeit durch Projekte zur Bezahlung von Ökosystemleistungen (Payment for Ecosystem Services - PES) entlohnen, um den wesentlichen Beitrag der Landbevölkerung zur Erhaltung der Ökosysteme zu unterstützen.

In Brasilien, Äthiopien und Lesotho werden drei PES-Pilotprojekte entwickelt, die Kleinbauern dabei helfen sollen, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen, die Nahrungsmittelproduktion zu steigern, besser an den Märkten teilzunehmen und ihren Zugang zu nahrhaften Nahrungsmitteln zu verbessern.  

Der Schwerpunkt liegt dabei auf

  • entwaldungsfreien Wertschöpfungsketten,
  • der Einrichtung eines Kohlenstoffzertifizierungssystems in der Agroforstwirtschaft und
  • Mechanismen zum Ausgleich von Ökosystemleistungen.

Alle Aktivitäten im Rahmen des PES-Projekts sollen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen und die Kohlenstoffbindung fördern.

Bei der Unterzeichnungszeremonie sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ):

Wir dürfen nicht nachlassen, die strategische Bedeutung der Landbevölkerung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen anzuerkennen und zu nutzen, um die Ernährungssicherheit zu verbessern und lebenswichtige Umweltressourcen für künftige Generationen zu erhalten.

Deutschlands Finanzierungszusage soll auch andere Partner ermutigen, Finanzinstrumente zu diversifizieren, um nachhaltige Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen im Agrarsektor zu finanzieren. 

(Quelle: IFAD-Pressemitteilung)

Hintergrundinformationen

IFAD's thank you sign for Germany
IFAD's thank you sign for Germany© IFAD

Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) unterstützt ländliche Gemeinden und Kleinbauern und -bäuerinnen, um mit Entwicklungsmaßnahmen das Problem der Armut zu bekämpfen, die Ernährungssicherheit zu erhöhen, die Ernährung zu verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit beispielsweise gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels, wie etwa wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen, zu stärken.

Seit der Gründung des IFAD im Jahr 1977 hat Deutschland 711 Millionen US-Dollar für die Arbeit des IFAD in den Bereichen Klimawandel, Gleichstellung der Geschlechter, Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit sowie Aufbau gerechter und nachhaltiger Nahrungsmittelsysteme bereitgestellt.

Zusätzlich stellt die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) IFAD Förderkredite für seine Arbeit bereit (zuletzt im Dezember 2021 ein Darlehen in Höhe von bis zu 400 Mio. EUR bereitgestellt.

Außerdem unterstützt Deutschland IFAD im Rahmen von Kofinanzierungen mit zusätzlichen Mittel (z.Zt. rd. 89 Mio. USD zur Unterstützung der Entwicklung inklusiver nachhaltiger Wertschöpfungsketten, der Klimaanpassung und der Jugendbeschäftigung).

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