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Rekordbedarf an humanitärer Hilfe für 2023 – Deutschland zweitgrößter Geber

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Genf, 01. Dezember 2022 - Nach Einschätzung der Vereinten Nationen werden im Jahr 2023 rund 339 Millionen Menschen in krisengeschüttelten Ländern humanitäre Hilfe benötigen.

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Kriege, Krisen und der Klimawandel werden im kommenden Jahr eine Rekordnachfrage nach humanitärer Hilfe auslösen.

Um die größte Not zu lindern, werden die Vereinten Nationen und ihre Partner nach einer ersten Schätzung im nächsten Jahr 51,5 Milliarden Dollar (etwa 49,6 Milliarden Euro) benötigen, teilte das UN-Büro für Nothilfe (OCHA) in Genf mit.

Das Büro sieht 339 Millionen Menschen in 68 Ländern in Not, 65 Millionen mehr als vor einem Jahr.

Die humanitären Bedürfnisse sind schockierend groß

sagte der stellvertretende Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinator, Martin Griffiths.

Der Bedarf steige schneller als die finanzielle Unterstützung. Die Finanzierungslücke sei noch nie so groß gewesen und liege derzeit bei 53 Prozent. Die humanitären Organisationen seien daher gezwungen, zu entscheiden, wem sie die verfügbaren Mittel zukommen lassen.

Griffiths forderte die Regierungen auf, neben der humanitären Soforthilfe mehr Geld für die Entwicklungshilfe bereitzustellen. Den Menschen zu helfen, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern und für mögliche Katastrophen vorzusorgen, sei immer kosteneffizienter als spätere Nothilfe in einer Katastrophensituation, sagte er.

Griffiths lobte Deutschland für die Ausweitung der humanitären Hilfe trotz wirtschaftlicher Sorgen und der Energiekrise.

Nach OCHA-Daten ist Deutschland der zweitgrößte Geber hinter den USA und noch vor der Europäischen Kommission.

Hintergrundinformationen

Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) koordiniert zum einen die Zusammenarbeit der verschiedenen UN-Organisationen, die im humanitären Bereich tätig sind.

Andererseits sorgt es für die Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen humanitären Akteuren. 

Die Aufgabe von OCHA besteht darin, dazu beizutragen, dass die notwendige humanitäre Hilfe so effektiv und effizient wie möglich mobilisiert und umgesetzt wird.

OCHA geht davon aus, dass bis Ende dieses Jahres mindestens 222 Millionen Menschen in 53 Ländern von Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden.

45 Millionen werden wahrscheinlich vom Hungertod bedroht sein. Besonders groß ist der Bedarf an Finanzmitteln in Syrien, Afghanistan, Jemen und Äthiopien.


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