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Sicherung der Welternährung

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Neue Erkenntnisse in SOFI 2018 bestätigen einen kontinuierlichen Anstieg des Welthungers in den letzten drei Jahren: 2018 leiden 821 Millionen Menschen an Hunger. Das ist jeder Neunte.

Welternährung verstehen
Welternährung verstehen © BMEL

In vielen Ländern sind mehrere Formen der Unterernährung zu beobachten: Die Adipositas bei Erwachsenen nimmt zu, auch wenn die Formen der Unterernährung fortbestehen.

The State of Food Security and Nutrition in the World (SOFI)

The State of Food Security and Nutrition in the World (SOFI) ist ein jährlicher Leitfaden, der gemeinsam von FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO erstellt wird, um über die Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers, der Ernährungssicherheit und der Verbesserung der Ernährung zu informieren und eine eingehende Analyse der wichtigsten Herausforderungen für die Erreichung dieses Ziels im Rahmen der Agenda für nachhaltige Entwicklung von 2030 vorzulegen.

Der Bericht richtet sich an ein breites Publikum, darunter politische Entscheidungsträger, internationale Organisationen, akademische Einrichtungen und die breite Öffentlichkeit.

Wichtige Zahlen und Fakten

Anzahl der Hungernden weltweit 2017: 821 Millionen oder 1 von 9 Menschen

  • in Asien: 515 Millionen
  • in Afrika: 256,5 Millionen
  • in Lateinamerika und der Karibik: 39 Millionen

Kinder unter 5 Jahren, die unterentwickelt sind (zu klein für ihr Alter): 150,8 Millionen (22,2%).

Kinder unter 5 Jahren, die ausgezehrt sind (zu leicht für ihre Größe): 50,5 Millionen (7,5%).

Anteil der Frauen im reproduktiven Alter, die an Blutarmut leiden: 32,8%.

Anteil der Kleinkinder unter 6 Monaten, die ausschließlich gestillt werden: 40,7%.

Fettleibige Erwachsene: 672 Millionen (13% oder 1 von 8 Erwachsenen).

Das Menschenrecht auf Nahrung

Die internationale Staatengemeinschaft hat im Rahmen der Vereinten Nationen völkerrechtliche Normen und Leitlinien verabschiedet, die den Referenzrahmen für nationales Regierungshandeln im Bereich der Ernährungssicherheit bieten.

Hierzu zählen

  • das Menschenrecht auf Nahrung,
  • das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitätsversorgung sowieDas Menschenrecht auf angemessene Nahrung besagt, dass Menschen entweder Zugang zu Ressourcen haben müssen, die sie dazu befähigen, in Quantität und Qualität ausreichende Nahrung zu produzieren, oder genug zum Erwerb von Nahrung verdienen müssen, um sich nicht nur vor Hunger zu schützen, sondern darüber hinaus Gesundheit und Wohlbefinden abzusichern.
  • die freiwilligen Leitlinien zum Recht auf Nahrung.

Die Freiwilligen Leitlinien der FAO zum Recht auf Nahrung

Die im November 2004 von der FAO beschlossenen „Freiwilligen Leitlinien zur Unterstützung der schrittweisen Verwirklichung des Rechts auf Nahrung im Kontext nationaler Ernährungssicherung“ geben den Staaten Handlungsempfehlungen für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung.

Die Leitlinien fordern von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung des Hungers.

Projekte zur Ernährungssicherung - der Bilaterale Treuhandfonds mit der FAO

Seit dem Jahr 2002 unterstützt das BMEL durch einen Bilateralen Treuhandfonds (BTF)  Projekte der Internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Überwindung von Hunger und Unterernährung.

Schwerpunkt des BTF ist die Förderung der Ernährungssicherung und der Landwirtschaft in ländlichen Räumen.

Mit einem jährlichen Budget von 10 Millionen Euro wurden über den BTF seit 2002 rund 120 Millionen Euro für mehr als 100 Projekte zur Verfügung gestellt.

Durch dieses freiwillige finanzielle Engagement leistet die Bundesrepublik Deutschland einen zusätzlichen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen.


Stand: September 2018

 

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