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Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung - IFAD

Artikel

Der internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sein Mandat ist die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft, die Unterstützung ländlicher Entwicklung, Ernährungssicherung und die Bekämpfung der Armut in ländlichen Gebieten.

IFAD Logo
IFAD Logo © IFAD

IFAD wurde 1977 gegründet und hat 178 Mitglieder.

Deutschland ist Gründungsmitglied.

Aufgaben und Ziele

Aktuell ist IFAD in 98 Ländern mit ca. 210 Maßnahmen aktiv und erreicht damit ca. 100 Mio. Menschen.

Im Fokus steht der afrikanische Kontinent.

Die Schwerpunktthemen liegen in den Bereichen Gender, Ernährung, Klima und Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum.

Als Internationale Finanzinstitution mit dem Geschäftsfeld der Finanzierung von Investitionen in ländliche Entwicklung stellt IFAD vor allem Kredite zu vergünstigten Konditionen oder Zuschüsse sowie Beratung in diesem Sektor zur Verfügung.

Im Vordergrund steht die

  • Verbesserung der Produktionskapazität der Armen in ländlichen Gebieten;
  • die Verbesserung des Zugangs der armen Landbevölkerung zu Finanzdienstleistungen, Märkten, Technologien, Land und
  • die Stärkung der ökologischen Nachhaltigkeit und der Klimaanpassung.

Auf der aktuellen Agenda haben der voranschreitender Dezentralisierungsprozess im Rahmen der VN-Reform und die Zusammenarbeit zwischen den in Rom ansässigen VN-Organisationen (IFAD, FAO, WFP) eine besondere Bedeutung.

Institutioneller Aufbau

Der Fonds verfügt über zwei Hauptorgane:

Gouverneursrat (Governing Council)

Jeder Mitgliedsstaat ernennt einen Gouverneur. Der Gouverneursrat ist das höchste Beschlussorgan.

Er tritt einmal im Jahr (Februar) zusammen und ist u.a. für die Wahl des IFAD-Präsidenten sowie den Haushalt von IFAD zuständig.

Exekutivrat (Executive Board)

Der Exekutivrat ist für die Überwachung der laufenden Geschäftstätigkeiten, des Budgets und die Billigung der thematischen und Länderstrategien sowie der Projekte/Programme zuständig.

Er setzt sich aus 18 Exekutivdirektoren zusammen.

Der Exekutivrat tritt dreimal im Jahr zusammen. Er wird durch einen Auditierungs- (Finanz-) und einen Evaluierungsausschuss unterstützt.

Finanzierung

IFAD finanziert sich über freiwillige Beiträge, die für jeweils drei Jahre zugesagt werden (Replenishment - Wiederauffüllungsrunden).

Die 11. Wiederauffüllungsrunde (IFAD11) umfasst den Zeitraum 2019- 2021.

Die Geber haben für IFAD11 etwas mehr als 1 Mrd. USD zugesagt.

Deutschland ist einer der größten Geber von IFAD.

IFAD hat über 100 Geber; auch die ärmsten Entwicklungsländer leisten Beiträge. Seit einigen Jahren ergänzen Mitgliedsstaaten (auch Deutschland) ihre Beiträge durch Kredite.

Hinzu kommen:

  • Programmgebundene Sonderbeiträge
  • Rückflüsse aus Krediten

Dies ermöglicht für IFAD 11 ein Programmvolumen von etwa 3,5 Mrd. USD.

Programmdurchführung

Die Programmallokationsentscheidung erfolgt mit Hilfe des Performance Based Allocation Systems (PBAS) auf der Grundlage zahlreicher Kriterien und internationaler Marker.

Dazu gehört

  • die Leistungsfähigkeit, die Entwicklungsorientierung, der Bedarf und die Absorptionsfähigkeit des Landes,
  • die Zahl der ländlichen verarmten Bevölkerung,
  • die Bewertung entwicklungsgünstiger Rahmenbedingungen im Sektor ländliche Entwicklung
  • und  der Vulnerabilität,

sowie weitere Indikatoren.

Etwa die Hälfte der Programmmittel gingen 2018 und auch 2019 nach Afrika.


IFAD und Deutschland

  • Deutschland ist Gründungsmitglied. Mit einem freiwilligen Kernbeitrag in Höhe von rd. 63 Mio. Euro ist es nach den USA zweitgrößter Beitragszahler für IFAD11. Dazu kommen Programmfinanzierungen wie zum Beispiel 2017 bei COP 23 für Klima-Mainstreaming.
  • Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt den deutschen Gouverneur. Deutschland ist Mitglied im 18 köpfigen Exekutivdirektorium und im Auditierungsausschuss vertreten.
  • Das BMZ hat im Juli 2016 eine Strategische Partnerschaft (Joint Declaration) mit IFAD vereinbart, um gemeinsame Investitionen und Entwicklungsstrategien für den ländlichen Raum voranzutreiben.
  • Die Kooperation erfolgt daher auch programm- und projektbezogen, u.a. im Bereich Klima zur Unterstützung von Kleinbauern (20 Mio. USD), der Erstellung von Beratungs- Tools, der Aufbau einer Plattform für landwirtschaftliches Risiko-Management oder der Finanzierung von Programmen (z.B. eines Fischereivorhabens in Eritrea).
  • BMZ unterstützt auch die International Land Coalition, die bei IFAD aufgehängt ist.
  • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW; Förderbank), die für BMZ die finanzielle Kooperation durchführt, hat 2017 an IFAD einen Förderkredit von 400 Mio. Euro zugesagt, der nun für IFAD Kooperation vor allem mit Schwellenländern genutzt wird.
  • Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), eine wichtige Durchführungsinstitution der deutschen entwicklungspolitische Kooperation, hat mit IFAD im Oktober 2019 eine Vereinbarung zur weltweiten programmbezogenen Zusammenarbeit unterzeichnet.

Stand: März 2020


IFAD Präsident

Gilbert Fossoun Houngbo (Togo), seit 1. April 2017

IFAD
International Fund for Agricultural Development
Via Paolo di Dono, 44
I - 00142 Rom, Italien
Tel.: +39 06 54591
Fax: +39 06 5043463
ifad@ifad.org
www.ifad.org


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