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Welternährungsprogramm - WFP

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (World Food Programme - WFP) ist die weltweit größte humanitäre Organisation.

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Im Kampf gegen den Hunger in der Welt leistet das WFP Nahrungsmittelhilfe bei Krisen, Katastrophen und Konflikten und arbeitet mit den Menschen vor Ort zusammen, um ihre Versorgungslage zu verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken.

WFP wurde 1961 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen gegründet, zunächst als dreijähriges Nahrungsmittelsoforthilfeprogramm innerhalb der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), und wurde 1965 als de facto unabhängiges UN-Programm dauerhaft eingerichtet.

Im Dezember 2020 wurde dem WFP der Friedensnobelpreis für seine weltweiten Bemühungen im Kampf gegen den Hunger verliehen. Unter anderem war das WFP während der COVID-19-Pandemie das logistische Rückgrat des gesamten UN-Systems.

Aufgaben und Ziele

Das WFP verfolgt seit seiner Gründung eine Vision: eine Welt, in der jeder Mensch jederzeit Zugang zu den für ein aktives und gesundes Leben erforderlichen Nahrungsmitteln hat.

Der Strategische Plan der Organisation, der alle vier Jahre erneuert wird, legt die Strategie der Organisation fest. Grundlage für die Strategiepläne des WFP sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030, insbesondere SDG 2 zur Beseitigung des Hungers und SDG 17 zur Wiederbelebung globaler Partnerschaften zur Umsetzung der SDGs.

Andauernde („langwierige“) Konflikte, der Klimawandel und der wirtschaftliche Zusammenbruch sind für die Mehrzahl der humanitären Krisen weltweit verantwortlich. Die COVID-19-Pandemie hat diese toxische Mischung noch weiter verschärft.

Die Zahl der akut unterernährten Menschen in den Ländern, in denen das WFP tätig ist, hat sich seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie vor zwei Jahren mehr als verdoppelt - von 135 Millionen auf derzeit 276 Millionen. Davon sind allein 44 Millionen von einer Hungersnot bedroht.

Der neue Strategieplan 2022-2025 zielt darauf ab, diese Menschen mit Nahrungsmittelsoforthilfe zu unterstützen und gleichzeitig den hohen Bedarf an humanitärer Hilfe durch Maßnahmen zur Entwicklung und Stärkung der Resilienz zu verringern.

Er setzt verstärkt auf Instrumente wie die vorausschauende humanitäre Hilfe, um beispielsweise bei vorhersehbaren Naturkatastrophen frühzeitig einzugreifen und so eine humanitäre Notlage zu verhindern.

Gleichzeitig setzt es auf Partnerschaften, denn die aktuellen multidimensionalen humanitären Notsituationen kann das WFP nur gemeinsam mit seinen

  • multilateralen Partnern des UN-Systems und darüber hinaus (EU, AU) bewältigen,
  • internationalen Finanzinstitutionen wie dem IWF und der Weltbank und
  • staatlichen und nichtstaatlichen Partnern (NRO, zivilgesellschaftliche Organisationen, Privatsektor, Philanthropie).

effektiv bekämpfen.

Deutschland unterstützt das WFP bei dieser Aufgabe aktiv, sowohl finanziell als auch politisch, unter anderem durch seine Mitgliedschaft im Exekutivrat des WFP.

Programmarbeit

Die Hilfe in Not- und Krisensituationen sowie die Rettung von Leben und Lebensgrundlagen sind nach wie vor Kernaufgaben der Organisation.

Diese Programme umfassen

  • Direkte Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Bargeld oder Gutscheinen für die Opfer von Krisen und Katastrophen, ergänzt durch
  • Übergangshilfe zur Stabilisierung nach akuten Notsituationen und zur Überbrückung der Zeit zwischen Nothilfe und anschließender Entwicklungszusammenarbeit.

Hunger, Frieden und Entwicklung sind eng miteinander verbunden. Deswegen engagiert sich WFP entsprechend seinem dualen (humanitären und entwicklungspolitischen) Mandat über die Ernährungsnothilfe hinaus auch in längerfristiger Perspektive bei der Unterstützung der

  • wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung,
  • Anpassung an den Klimawandel durch Beitrag zu nachhaltigen Lebensmittelsystemen,
  • Schaffung von nachhaltiger Ernährungssicherheit sowie der
  • Reduzierung von Unter- und Mangelernährung speziell bei Kleinkindern und Müttern.

Durch solche langfristigen Ernährungssicherungsmaßnahmen wird die Widerstandsfähigkeit der Menschen gestärkt, neuen Krisen vorgebeugt oder deren Auswirkungen gemildert und der Frieden erhalten.

Neben der Nahrungsmittelhilfe stellt das WEP anderen humanitären Akteuren des UN-Systems in Krisengebieten logistische Dienstleistungen zur Verfügung (z. B. Flugdienste für humanitäre Helfer, Transport- und Lagereinrichtungen für Hilfsgüter).

Institutioneller Aufbau

Seit 1996 ist der Exekutivrat das Leitungs- und Aufsichtsgremium des WFP. Ihm gehören 36 Mitgliedstaaten an, die zur Hälfte vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und zur Hälfte vom FAO-Rat gewählt werden.

Der Exekutivrat tagt dreimal im Jahr und prüft die vom WFP-Exekutivdirektor vorgeschlagenen Projekte, die Verwaltungs- und Programmbudgets und verabschiedet neu entwickelte Politiken und Strategien.

Deutschland ist Gründungsmitglied des WFP und Mitglied des Exekutivrats.

Der Exekutivdirektor des WFP ist für die Leitung und das Management des WFP und aller seiner Programme, Projekte und sonstigen Aktivitäten verantwortlich.

Das WFP hat außerdem vier stellvertretende Exekutivdirektoren für spezielle Aufgabenbereiche.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen und der Generaldirektor der FAO ernennen gemeinsam den/die Exekutivdirektor(en) des WEP für eine Amtszeit von fünf Jahren mit der Möglichkeit einer Bestätigung für weitere fünf Jahre.

Finanzierung

WFP finanziert sich ausschließlich durch freiwillige Leistungen und hatte 2021 ein Budget von ca. USD $ 15.7 Mrd. USD.

2021 erhielt es Zuwendungen in Höhe von 9.5 Mrd. USD.

Das entspricht fast einer Verdoppelung im Vergleich zu 2014 (4,8 Mrd. USD).

Für das Jahr 2022 beziffert WFP seinen finanziellen Bedarf mit 14.8 Mrd. USD.

WFP und Deutschland

Deutschland ist seit mehreren Jahren der zweitgrößte Geber des WFP nach den Vereinigten Staaten.

Im Jahr 2021 beliefen sich die nationalen Beiträge Deutschlands zum WFP auf mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar.

Deutschland beteiligt sich auch an den Beiträgen der Europäischen Kommission zum WEP (2021: 498 Mio. USD) entsprechend seinem Anteil als EU-Mitgliedstaat.

Verbindungsbüro Berlin

Neben acht Verbindungsbüros in den wichtigsten Geberländern gibt es mehr als 70 Länderbüros.

Das Verbindungsbüro des WFP in Berlin wurde Ende 2004 mit dem Ziel eingerichtet, die Zusammenarbeit mit den Regierungen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Liechtenstein, deutschsprachige Schweiz) auszubauen und die Öffentlichkeit für das Thema Hunger zu sensibilisieren.

Stand: Juni 2022

WFP Exekutivdirektor
David Beasley (Vereinigte Staaten von Amerika), seit 5. April 2017

WFP
World Food Programme
Via Cesare Giulio Viola, 68
Parco dei Medici
00148 - Rom, Italien
Internet: https://www.wfp.org/

 

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